Türkischer Verein droht LEGO mit Klage: Viel Lärm um nichts

Als Werbemaßnahme provozierte Reaktionen von HC Strache und der Medienwelt?

Erstellt am 24.01.2013 von Florian Machl
Der Chefredakteur der eher unbekannten Zeitschrift EINSPRUCH, Mag. Yüksel Karaman, schickte bereits am 17. Jänner via OTS eine reißerische Presseaussendung aus: “Warum wird LEGO wegen Volksverhetzung angezeigt?” Das Medium, in dem sonst Nachrichten wie “Glückskatze Molli überlebt Horrorsturz” oder “Obamas Schlagstock beschäftigt die Köpfe” veröffentlicht werden, hat damit offensichtlich erfolgreich einen Weg gefunden, zunächst im gesamten deutschsprachigen Raum, mittlerweile sogar in den USA in die Schlagzeilen zu kommen. Ein Fallbeispiel wie aus dem Lehrbuch für nahezu völliges journalistisches Versagen in der reproduzierenden Medienlandschaft. Sehr vorhersehbar sprang auch FPÖ-Chef HC Strache auf das Thema auf und bietet seiner Facebook-Community seither eine nicht minder vorhersehbare Gelegenheit für hetzerische Sprüche gegen Türken und Islam. Rechtskonservative Medien ziehen eifrig nach. In Online-Foren verschiedenster Nachrichtenmedien kocht die Volksseele. Zu Recht? Eine Bestandsaufnahme.
 
Bild: oben (C) LEGO, unten (C) Garth T CC 2.0 / Wikipedia

Die Türkische Gemeinde Österreichs, ein kleiner Verein in Wien, sorgt mit der Behauptung, obenstehendes Spielzeug wäre ein 1:1 Abklatsch der Hagia Sophia in Istanbul (unten) und somit volksverhetzend, weltweit für Aufregung. Frau Dr. Melissa Günes, Generalsekretärin des Vereins, konstatierte pädagogisch “verwerfliche Mängel” und “kulturell fragliche Assoziazionen”.

Angeblich wäre zur Weihnachtszeit ein österreichischer Vater an die Türkische Gemeinde herangetreten. Seine “Entdeckung”: Der Lego Bausatz Star Wars 9516 – Jabba’s Palace würde der Hagia Sophia, einem Sakralbau in Istanbul ähneln. Frau Dr. Melissa Günes, Generalsekretärin der Türkischen Gemeinde “prüfte die Beschwerde” und stellte “pädagogisch verwerfliche Mängel und kulturell fragliche Assoziationen” fest [Link 18] [Link 19]. “Bei genauerer Betrachtung sind das fertig zusammengebaute LEGO-Haus und der dazugehörige Turm tatsächlich aber ein 1:1-Abklatsch der Hagia Sophia in Istanbul oder der Moschee Jami al-Kabir in Beirut und eines Minaretts.” – so die Behauptung. Und weiter: “Es ist offensichtlich, dass für die Figur des hässlichen Bösewichts Jabba und die ganze Szenerie rassistische Vorurteile und gemeine Unterstellungen gegenüber den Orientalen und Asiaten als hinterlistige und kriminelle Persönlichkeiten (Sklavenhalter, Anführer von Verbrecherorganisationen, Terroristen, Verbrecher, Mörder, Menschenopferung) bedient wurden.”

Recherche? Fehlanzeige. Hauptsache reißerisch.

Ein kritischer Journalist müsste bei dieser Story an verschiedenen Stellen aufhorchen und Fragen stellen. Zumindest aber sollte er die Quellen recherchieren. Nichts davon ist geschehen. Die Medienlandschaft setzte auf sichere, reißerische Headlines. Schlagwörter und Phrasen wie “Volksverhetzung”, “Klage gegen LEGO”, “rassistisches Spielzeug” und dergleichen mehr garantieren Leserzahlen – so weit die Rechnung. Ob die Geschichte wahr oder plausibel ist, interessierte niemanden. Dass man gerade mit solchen Absurditäten ausländerfeindliche Ressentiments hervorruft, sollte eigentlich auch für einfacher gestrickte Gemüter unter den Redakteuren klar sein. Dies scheint aber vielerorts billigend in Kauf genommen zu werden.

Bild: Bildzitat von Welt.de

Beim deutschen “Qualitätsmedium” Welt.de war man offenbar besonders darum bemüht, die Vorwürfe durch geeignetes Bildmaterial zu untermauern (Bildzitat von Welt.de).

Wer oder was ist diese ‘Türkische Gemeinde’?

Die wichtigste Frage: Wer oder was ist diese Türkische Gemeinde? Unkritisch abgedruckt ergibt sich aus dieser Bezeichnung rein aus der Wortbedeutung der irreführende Eindruck, dass es sich um ein Organ aller in Österreich lebenden Türken handeln könnte. Dieser Eindruck wird vor allem in der Berichterstattung außerhalb Österreichs vertieft. Die Abgeordnete zum Österreichischen Nationalrat (Grüne), Alev Korun, klärt auf: “Dieser Verein ist einer von vermutlich 200 oder mehr Vereinen von türkeistämmigen Menschen in Wien. Es gibt meines Wissens nach keine Dachorganisation, von der alle sich vertreten fühlen. Egal, wie man zum Inhalt dieser Anzeige steht, bedeutet sie daher meiner Einschätzung nach eine von vielen unterschiedlichen Meinungen. Sie sollte daher nicht als DIE Meinung von “den Türken” oder “den Moslems” angesehen werden.” Nur eine einzige Zeitung im deutschsprachigen Raum scheint so weit recherchiert zu haben, dass sie die “Türkische Gemeinde” als Verein identifiziert hat: Die Presse [Link 4] [Link 20]. Im dortigen Artikel wird die IGGiÖ als tatsächliche offizielle Vertretung von Muslimen in Österreich zitiert: “Der genannte Verein ist uns nicht bekannt. Wir finden die ganze Diskussion unnötig und kontraproduktiv”. Der Verein selbst heißt korrekt “Türkische Kulturgemeinde in Österreich – Brückenbauen” und bestünde nach eigenen Angaben aus rund 600 Mitgliedern, bei denen es sich mehrheitlich um Akademiker handeln würde. Dass die IGGiÖ die Türkische Gemeinde tatsächlich nicht kennen will, ist dennoch überraschend, da diese schon seit längerer Zeitgut wahrnehmbar mit äußerst scharfer Rhetorik gegen sie wettert.

Bild: Bildzitat von derStandard.at

Und auch der österreichische Standard glänzte anstelle von Recherche und journalistischer Eigendenkleistung damit, ein realitätsverfälschendes Bild zu zeigen, das die Vorwürfe der Türkischen Gemeinde eher unterstreicht (Bildzitat von derStandard.at).

“Eventuelle Sachverhaltsdarstellung” regt Journalistenfantasien an

Nächste Frage: Welche Anzeige? Im reißerischen Artikel von EINSPRUCH ist neben einigen zitierten Paragraphen aus dem deutschen und österreichischen Gesetz folgender Wortlaut zu finden: “Die Türkische Kulturgemeinde Österreich behält sich juristische Schritte vor und überlegt, in Deutschland nach dStGB § 300 Volksverhetzung, in Österreich nach StGB § 283 Verhetzung und in der Türkei Klage bei der jeweiligen Staatsanwaltschaft in Form einer Sachverhaltsdarstellung gegen LEGO einzureichen.”

Der Artikel auf der Seite der Türkischen Gemeinde, identisch wiedergegeben in EINSPRUCH, entstammt wohl nicht ganz zufällig der Feder von EINSPRUCH-Chefredakteur Yüksel Kahraman, der auch am 17. Jänner auch via OTS aussendete: “Warum wird LEGO wegen Volksverhetzung angezeigt?” [Link 1] Man gelangt zum Eindruck, dass ein und die selbe Person durch eine aufgebauschte Behauptung Leser auf einen Artikel aufmerksam machen wollte, in dem dann diese zunächst sehr definitiv klingende Aussage völlig relativiert wird. Unbestreitbar sind hingegen die personellen Überschneidungen in der Redaktion von EINSPRUCH und der Türkischen Gemeinde.

Widersprüchliche Behauptungen

Die Darstellung im Artikel von EINSPRUCH erweist sich als irreführend. Entweder jemand klagt zivilrechtlich. Oder jemand erstattet Anzeige aufgrund eines vermuteten strafrechtlich relevanten Tatbestandes. Oder jemand gibt bei der Staatsanwaltschaft eine Sachverhaltsdarstellung ab, der dann die Beurteilung des Sachverhaltes und eine eventuelle Entscheidung über Strafverfolgung obliegt. Im Text von Kahraman vermengen sich all diese Dinge. In von deutschen Medien wiedergegebenen Interviews mit dem Herausgeber, Birol Kilic, wird hingegen definitiv davon gesprochen, dass eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gemacht werde. All dies ließe entweder auf eine äußerst bescheidene juristische Beratung oder eine (bewusst?) unsaubere Darstellung durch EINSPRUCH schließen. Basierend auf diesen widersprüchlichen und schwammigen Aussagen müsste ein kritischer Journalist eigentlich den gesamten Wahrheitsgehalt der Geschichte hinterfragen. Dies ist bei der bisherigen Berichterstattung aber eine seltene Ausnahme. Zusammengefasst: Die Überlegung, vielleicht Klage einzureichen, bedeutet gar nichts und ist eigentlich nirgendwo eine Headline wert. Und selbst wenn, ist noch völlig ungesichert, ob eine solche Klage überhaupt zugelassen wird. Über Verlauf und Ausgang eines möglichen Verfahrens kann noch nicht einmal spekuliert werden.

Warum LEGO? Warum nicht Lucas Arts?

Eine weitere Grundfrage wäre, weshalb sich die angebliche Klagewut der Türkischen Gemeinde gegen LEGO richtet, das Spieleunternehmen das lediglich auf Lizenzbasis Merchandise von Star Wars hergestellt hat und dieses vertreibt. Das Original, der Film Star Wars aus dem Jahr 1977, stammt vom Filmemacher George Lucas und hat gemeinsam mit seinen Nachfolgeproduktionen weltweit Kultstatus. Star Wars gilt als das erfolgreichste Filmprojekt aller Zeiten. Wenn man jemanden wegen angeblicher Ähnlichkeiten zwischen “Jabbas Palast” und der Hagia Sophia angreifen will, dann doch bitte den Urheber. Focus.de zitiert die Türkische Gemeinde dazu wie folgt: “Dieses Unternehmen will die Kulturgemeinde aber nicht verklagen, sagt Obmann Kilic. „Ich muss mit meinem Nachbarn beginnen“, also mit dem, was naheliegt, sagt er.”

Zeitschrift EINSPRUCH: konfliktsüchtig und wehleidig?

EINSPRUCH scheint ein Medium zu sein, das sich Aufmerksamkeit durch Konflikte zu sichern versucht. So finden sich nach kurzer Recherche einige bitterböse Auseinandersetzungen mit Marktbegleitern im Segment der “Migrantenzeitungen”. In die unterste Schublade zu greifen ist dem Medienhaus nicht fremd. So gestaltete der früher für die Kronenzeitung tätige Cartoonist Szyszkowitz (“Superrudi”) ein Titelbild, in dem der BILD-Chefredakteur gezeigt wird, wie er dampfende Exkremente auf Papier verteilt. “Hast du deinen Leitartikel schon ausgeschissen?” lautet ein Teil der Sprechblasen. Ein marktbegleitendes Medium, das es wagte Kritik zu üben, zerrte man vor Gericht. Der Spruch des Oberlandesgerichtes passte dem Medienhaus nicht, also stilisierte man sich als ungerechtfertigt behandeltes Opfer und skandierte reißerisch via OTS-Aussendung: “Alle Urheberrechtsinhaber verlieren in Österreich ihre Rechte”. Ein wenig Zündeln in der brodelnden Urheberrechtsdebatte sorgt möglicherweise eben auch für Quote.

Umstrittener “Nigger”-Sager

Gegenstand der Aufregung zwischen den beiden Druckwerken war die Tatsache, dass sich der Mitbewerber M-Media in einem Artikel gegen die Argumentationsweise von EINSPRUCH gestellt hatte, insbesondere einer von EINSPRUCH publizierten Aussage, die Türkei wäre “zum inoffiziellen ‘Nigger’ Europas geworden”. Bei EINSPRUCH gab man sich entsetzt, wie es möglich sein darf, dass man den Artikel eines Mediums kritisieren darf. Dass es sich dabei um die Grundrechte der Meinungs- und Pressefreiheit handelt, die hier in Frage gestellt wurden, dürfte für EINSPRUCH nicht weiter von Belang gewesen sein.

Selbsterklärter Randgruppenboulevard?

Qualitätsjournalismus sieht in der Regel anders aus als das Auftreten und die Inhalte von EINSPRUCH. Hätte sich ein geschätzter Journalistenkollege die Zeit genommen und nur fünf Minuten auf den Seiten des Webauftrittes der Zeitschrift verbracht [Link 10], wäre ihm aufgefallen, dass Artikel wie “Sarrazin und unser Hund Fabia”, “Glückskatze Molli überlebt Horrorsturz” oder “Obamas Schlagstock beschäftigt die Köpfe” zumindest den Verdacht nähren, dass man sich hier bestenfalls in einer Art selbsterklärten Randgruppenboulevard befindet. Und dass man jede Information, die von dieser Seite kommt, besser auf die Goldwaage legen sollte, um sich nicht selbst unglaubwürdig zu machen. Eine Arbeitsweise, die bedauerlicher Weise in der Praxis so gut wie nie vorzufinden ist – weder beim diesbezüglichen Artikel der Wiener Zeitung, noch im Standard. Beides Medien, die sich als Qualitätszeitungen präsentieren. Es gäbe noch weitere Anhaltspunkte, anhand derer man die gesellschaftliche Relevanz von EINSPRUCH bemessen könnte. Der Facebook-Auftritt wurde vom 17. Juni 2011 bis zum 27. Juni 2011 betrieben und generierte seither 42 “Freunde”. Zwar kann man auf der Homepage noch heute ein Abo bestellen, die letzte dort vorgestellte Ausgabe stammt aber vom Juni 2012. Online sind im Zeitraum eines Jahres bestenfalls zehn Artikel erschienen.

Wiedergabe in rechtskonservativen Medien

Dass der Sachverhalt vor allem für rechte und rechtsradikale Kreise ein gefundenes Fressen ist, liegt auf der Hand. Das FPÖ-nahe Onlinemedium unzensuriert.at titelte mit “Türken verklagen Lego wegen angeblicher Moschee”. An den Gegebenheiten vorbei untertitelte man das darauffolgende Bild: “Die türkische Gemeinde in Wien möchte Lego-Spielzeug verbieten.” Da verwundert es wenig, dass auch das Foto nichts mit dem beschriebenen Sachverhalt zu tun hat. Viel näher an der Realität ist man auch bei der österreichischen “Heute” nicht, wo man das Bild zum Artikel mit einer sachlich nicht haltbaren Aussage untertitelte: “Dieses Lego-Spielzeug schlägt in der islamischen Welt hohe Wellen.” Wie auch immer das Thema nach einer Woche überhaupt erst in die österreichischen Medien fand: Nach der Veröffentlichung in der Gratiszeitung Heute fühlte sich auch FPÖ-Parteichef HC Strache dazu bemüßigt, seine Facebook-Anhängerschaft zu informieren: “Da haut es einem doch den Vogel raus. “Star Wars”-Bausatz soll jetzt rassistisch sein? Geht`s noch? Peinlicher geht es wirklich nicht mehr!”. Darunter brodelt der kalkulierte Volkszorn mit Beschimpfungen und Beleidigung in Richtung türkischstämmiger Migranten – in diesem Fall wohl die falschen Ansprechpartner.

Wie glaubwürdig ist die Geschichte?

Es lohnt sich, einen genaueren Blick auf die Geschichte, aber auch die Vorwürfe im Artikel der Türkischen Gemeinde zu werfen. Viele Menschen, die von dem Sachverhalt in Kenntnis gesetzt wurden, äußerten sich zunächst mit Unverständnis und der Vermutung, es würde sich um Satire handeln. Autor Yüksel Karaman und sein Herausgeber geben vor, es ernst zu meinen. Hat der angeblichen Sachverhalt überhaupt jemals in der beschriebenen Form stattgefunden? Ausser der Aussage von Karaman gibt es keinen Namen und keinen Beleg für die Existenz eines angeblich besorgten Familienvaters, der das LEGO-Spielzeug bedenklich gefunden hätte. Eine unabhängige Überprüfung ist unmöglich, eine entsprechende Anfrage an EINSPRUCH wurde bisher nicht beantwortet. Ohne einen solchen Beweis bleibt denkbar, dass diese Geschichte frei erfunden wurde. Sollte dies zutreffen, läge ein einmaliges Fallbeispiel vor, wie man Medien von Wien bis Washington perfekt narren – aber auch weltweit antiislamische und antitürkische Ressentiments schüren konnte.

Manipulative Bildberichterstattung

Neben verweigerter journalistischen Eigendenkleistung und Fragestellung fallen im Zusammenhang mehrere eklatante Manipulationsversuche durch Medienmacher auf. Insbesondere bei der deutschen Welt.de als auch beim österreichischen Standard war man offenbar sehr bemüht, Bildmaterial zu finden, das die fragwürdigen Vorwürfe der Türkischen Gemeinde untermauert. Die Beispiele für diese Manipulation, die durch die Wahl des Bildwinkels und Zuschnitt der Bilder erzielt wurden, finden sich links in diesen Artikel eingebunden. Ebenso zeigen wir ganz oben ein Foto, wie sich die Hagia Sophia seit dem 7. Jahrhundert tatsächlich dem Besucher darstellt. Besonders peinlich: Das Bauwerk wurde als christliche Kirche errichtet und diente der Krönung der Byzantinischen Kaiser. Erst nach der Eroberung wurde das Bauwerk zu einer Moschee. Die vier (!) flankierenden Minarette stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Heute dient das Gotteshaus als Museum. Dennoch gilt die Hagia Sophia vor allem im Christentum als Heiligtum. Eine Tatsache, die bei der allgemeinen Berichterstattung völlig übersehen wurde.

Soll Realitätsverdrehung “Links” sein?

Der Hintergrund dieser Manipulationsversuche ist eventuell aufgrund der Zusammensetzung der Medienlandschaft zu verstehen, wo man sich selbst (wissenschaftlich erfasst im Journalisten Report von Kaltenbrunner, Karmasin et al) deutlich mehrheitlich im politisch linken Lager sieht. Hierbei tappt man möglicherweise beim Auftreten gewisser Schlagwörter wie “Rassismus” und “Volksverhetzung” in vorauseilendem Gehorsam und dem Wunsch, “Gutes zu tun” in eine selbst gestellte Falle. Anstelle ergebnisoffen zu recherchieren und folgelogisch zu argumentieren, wird voneinander abgeschrieben, unreflektiert übernommen und in Hinblick auf die Leserzahlen übertrieben aufgebauscht. Dieses Verhalten ist eine Schande und ein Sittenbild für den Gesamtzustand des deutschsprachigen Journalismus. Vorgaben wie Vollständigkeit und Objektivität geraten immer mehr ins Hintertreffen oder haben im Hinblick auf Verkaufszahlen keine reale Bedeutung. Dies ist insbesondere bei gesellschaftlich heiklen Themen wie diesem ein nicht zu unterschätzendes Problem. Bevölkerungsgruppen werden unnötig gegeneinander aufgebracht. Man leistet dem Rechtsextremismus eher Vorschub, anstelle ihn einzubremsen.

Der deutlichste Widerspruch stammt von einem Türken

Der deutlichste Widerspruch zur Vorgangsweise von EINSPRUCH, der Türkischen Gemeinde und den dahinter stehenden Menschen stammt von Cahit Kaya, einem Aktivisten der Initiative Ex-Muslime und wurde in den Humanist-News publiziert [Link 13]. Er vermutet in der Vorgangsweise das Resultat langjähriger anti-westlicher Propaganda und dem Bedienen einfacher Stereotype. Dabei vermisst er jegliche Selbstkritik gegenüber tatsächlichen Menschenrechtsverletzungen und einem einseitigen Weltbild. Seiner Einschätzung nach machten sich die Autoren zum Gespött. Etwas drastischer fiel das Kommentar der Washington Times in den USA aus [Link 12]. Hier stellte man die Frage in den Raum, weshalb ein Aufruf zu Gewaltverzicht und Mäßigung nicht zuerst in Richtung islamistischer Terroristen geht, die weltweit für zahlreiche Journalistenmorde verantwortlich zeichnen. Man verortet dort ein “kulturell unsensibles Verhalten” nicht bei LEGO und dessen Plastikspielzeug sondern vielmehr bei denjenigen, die unwidersprochen fanatische Morde im Namen einer Religion begehen. Eine Reaktion auf eine Publikation, die jeder kritische Journalist vorhersehen hätte können.

Weiterführende Links

[Link 2] externer Link Vol.at: Türkische Kulturgemeinde in Österreich wirft LEGO Volksverhetzung vor
[Link 3] externer Link Heute: Probleme für Lego wegen >rassistischem< Spielzeug
[Link 4] externer Link Die Presse: Türkischer Verein sieht Verhetzung in Legospiel
[Link 5] externer Link Der Standard: Lego droht Anzeige wegen Volksverhetzung
[Link 6] externer Link Focus.de: Bausatz Jabbas Palace – Türkische Gemeinde wirft LEGO Volksverhetzung vor
[Link 7] externer Link Unzensuriert.at – Türken verklagen Lego wegen angeblicher Moschee
[Link 8] externer Link Spiegel: Türkische Kulturgemeinde in Österreich prüft Klage gegen Lego
[Link 9] externer Link TüGem – Türkische Gemeinschaft in Österreich
[Link 10] externer Link Zeitschrift Einspruch
[Link 11] externer Link Neue Welt Verlag Wien
[Link 12] externer Link Washington Times – Newest Threat to Islam: Lego Star Wars
[Link 13] externer Link Humanist News: Lieber Birol Kilic gehts noch?
[Link 14] externer Link Facebook: Posting von HC Strache
[Link 15] externer Link OTS von EINSPRUCH: Neue Welt Verlag als Kommentar zu Richterspruch – Alle Urheberrechtsinhaber verlieren in Österreich ihre Rechte
[Link 16] externer Link OTS von EINSPRUCH mit “Nigger-Sager”.
[Link 17] externer Link Welt.de Türkische Gemeinde wirft Lego Volksverhetung vor
[Link 18] externer Link Der Einspruch: Pädagogischer Sprengstoff für Kinder
[Link 19] externer Link Türkische Kulturgemeinde: LEGO: Pädagogischer Sprengstoff für Kinder
[Link 20] externer Link DiePresse Kommentar: Lego Wars Episode I – Moschee auf dem Wüstenplaneten

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